Fenster putzen im Winter ist gut möglich, solange die Temperaturen im Plusbereich liegen oder du dem Wasser einen Frostschutz zusetzt. Bei leichtem Frost hilft ein Schuss Spiritus, damit das Putzwasser nicht auf der Scheibe gefriert. Dieser Ratgeber zeigt, warum sich das Fensterputzen gerade in der kalten Jahreszeit lohnt, wie du bei Kälte Schritt für Schritt vorgehst, welcher Zusatz gegen das Einfrieren wirkt und ab welcher Temperatur es kritisch wird. Für die spezielle Frage, wie tief die Minusgrade noch gehen dürfen, gibt es mit Fenster putzen bei Minusgraden eine eigene Seite.
Warum sich Fensterputzen im Winter lohnt
Fensterputzen lohnt sich im Winter besonders, weil die tiefstehende Wintersonne jeden Schmutz und jede Schliere gnadenlos sichtbar macht. Genau in der dunklen Jahreszeit, in der ohnehin wenig Licht hereinkommt, kostet eine trübe Fensterscheibe zusätzliche Helligkeit. Saubere Fenster holen also spürbar mehr Tageslicht in die Wohnung.
Dazu kommt, dass Fenster im Winter schneller verschmutzen als viele denken. Streusalz und aufgewirbelter Straßenschmutz spritzen an die unteren Scheiben, Ruß aus Heizungen und Kaminen legt sich auf das Glas, und nasskaltes Schmuddelwetter hinterlässt Regen- und Schneeränder. Auf der Innenseite sorgen trockene Heizungsluft, Kerzenruß und Kondenswasser für einen feinen Belag.
Gerade nach Schneematsch-Wetter sind die unteren Scheiben oft von einem grauen Salzfilm überzogen, der sich am leichtesten entfernt, bevor er richtig eintrocknet. Auch die Kondensation spielt eine Rolle: An kalten Fensterscheiben schlägt sich im Winter häufig Feuchtigkeit nieder, und auf verschmutztem Glas trocknet diese Feuchtigkeit fleckig ab. Eine saubere, glatte Fensterscheibe lässt Kondenswasser gleichmäßiger ablaufen und bleibt länger klar.
Ein Vorteil der kalten Jahreszeit ist die niedrige Pollenbelastung. Anders als im Frühjahr fliegt im Winter kaum Blütenstaub, der die frisch geputzten Scheiben gleich wieder eintrübt. Wer im Winter putzt, hat länger etwas von der klaren Sicht.
Das richtige Vorgehen beim Fensterputzen bei Kälte
Bei Kälte ist die Reihenfolge wichtiger als sonst, weil das Wasser bei niedrigen Temperaturen schnell abkühlt und im Extremfall gefriert. Mit diesen Schritten gelingt das Fensterputzen auch an frostigen Tagen.
- Lauwarmes Wasser verwenden. Nimm lauwarmes, nicht heißes Wasser. Heißes Wasser auf einer sehr kalten Fensterscheibe erzeugt Spannung im Glas und kann im ungünstigsten Fall zu einem Sprung führen. Lauwarmes Wasser bleibt lange genug flüssig und schont die Scheibe.
- Frostschutz zusetzen. Sobald es Richtung null Grad und darunter geht, gib einen Schuss Spiritus ins Wasser. Der Alkohol senkt den Gefrierpunkt, sodass das Putzwasser nicht sofort auf dem Glas anfriert.
- In kleinen Abschnitten arbeiten. Wasche immer nur eine kleine Fläche ein und ziehe sie sofort ab. So bleibt keine große nasse Fläche liegen, die in der Kälte antrocknet oder gefriert.
- Restwasser sofort abziehen. Ziehe das Wasser zügig mit dem Abzieher ab und nimm die Reste mit einem trockenen Tuch auf. Stehendes Wasser gefriert bei Frost innerhalb von Minuten zu einer Eisschicht.
- Fensterrahmen und Dichtungen trocken wischen. Lass kein Wasser im Fensterrahmen oder in den Dichtungen stehen. Gefriert es dort, dehnt es sich aus und kann Gummidichtungen und Beschläge auf Dauer beschädigen.
- Innen zuerst. Die Innenseite ist bei jeder Temperatur unkritisch, weil es drinnen warm ist. Beginne innen und geh nur bei passendem Wetter auch außen ans Werk.
- Vereiste Scheiben erst antauen lassen. Ist die Fensterscheibe bereits mit Eis überzogen, kratze das Eis nicht mit einer Klinge ab, weil das Kratzer im Glas hinterlässt. Lass es antauen oder arbeite mit lauwarmem, spiritushaltigem Wasser, bis sich die Eisschicht löst.
Halte den Abzieher und die Tücher zwischendurch warm, etwa in der Jackentasche. Eine kalte, steife Gummilippe zieht schlechter ab als eine geschmeidige und hinterlässt eher Streifen.
Frostschutz gegen das Einfrieren des Putzwassers
Am zuverlässigsten verhindert Spiritus das Einfrieren des Putzwassers, weil der Alkohol den Gefrierpunkt der Mischung senkt. Für leichten Frost genügt ein Verhältnis von etwa fünf Teilen Wasser zu einem Teil Spiritus. Je kälter es wird, desto höher darf der Spiritusanteil ausfallen, bei strengem Frost bis etwa drei zu eins.
Der Alkohol wirkt dabei gleich doppelt. Er senkt den Gefrierpunkt, sodass die Mischung länger flüssig bleibt, und er beschleunigt das Trocknen, was bei Kälte besonders hilft. Von Hausmitteln wie Salz oder Zucker im Wasser solltest du dagegen absehen. Salz greift Rahmen und Beschläge an und hinterlässt eigene Ränder auf der Fensterscheibe. In der Praxis reicht für einen normalen Putzeimer ein guter Schuss Spiritus, ganz genau abmessen musst du nicht. Wichtiger als das exakte Verhältnis ist, dass überhaupt Alkohol im Wasser ist und dass du bei sinkenden Temperaturen etwas großzügiger nachlegst.
Alternativ zum reinen Spiritus kannst du einen Glasreiniger mit hohem Alkoholanteil oder einen Frostschutz-Scheibenreiniger aus dem Autobedarf verwenden. Beide enthalten bereits Alkohol und wirken ähnlich. Welcher Reiniger sich generell lohnt, zeigt der Vergleich Bestes Fensterputzmittel.
Ein Hinweis zur Vorsicht: Setze Spiritus sparsam und nicht dauerhaft auf beschichteten oder versiegelten Fensterscheiben ein, weil starker Alkohol solche Beschichtungen mit der Zeit angreifen kann. Für normales Fensterglas ist die verdünnte Mischung dagegen unproblematisch. Reiner, unverdünnter Spiritus gehört ebenfalls nicht auf die Scheibe, es geht immer nur um den kleinen Zusatz im Putzwasser.
Bei welchen Temperaturen Fensterputzen kritisch wird
Ob Fensterputzen im Winter klappt, entscheidet sich an der Außentemperatur. Über null Grad ist es meist unkompliziert, im Minusbereich wird ein Frostschutz zur Pflicht, und bei strengem Frost stößt auch der beste Zusatz an seine Grenzen.
| Temperatur | Fensterputzen machbar | Nötiger Zusatz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| über 5 Grad | ja, problemlos | keiner | wie sonst arbeiten, nur etwas zügiger |
| 0 bis 5 Grad | ja | ein Schuss Spiritus empfohlen | Restwasser sofort abziehen |
| 0 bis minus 5 Grad | eingeschränkt | Spiritus als Frostschutz nötig | in kleinen Abschnitten, Fensterrahmen trocknen |
| unter minus 5 Grad | kaum sinnvoll | hoher Spiritusanteil, oft trotzdem Eis | besser auf mildere Tage warten |
Die Werte sind Richtwerte, denn Wind und Sonne spielen zusätzlich hinein. Ein windiger Tag bei null Grad fühlt sich für das Wasser kälter an als ein windstiller. Ein Blick auf die Wettervorhersage lohnt sich deshalb vor jedem Wintereinsatz. Die mildesten Stunden liegen meist um die Mittagszeit, wenn die schwache Wintersonne das Glas leicht erwärmt. An solchen Fenstern arbeitet es sich auch an sonst frostigen Tagen deutlich angenehmer. Wie du bei echten Minusgraden vorgehst und wo die absolute Grenze liegt, steht ausführlich unter Fenster putzen bei Minusgraden.
Häufige Fragen zum Fensterputzen im Winter
Kann man im Winter Fenster putzen?
Fenster putzen kann man im Winter ohne Weiteres, solange die Temperaturen über null Grad liegen. Bei leichtem Frost gelingt es mit einem Schuss Spiritus im Wasser, der das Einfrieren verhindert. Erst bei strengem Frost unter minus fünf Grad wird es unpraktisch, weil das Wasser trotz Zusatz gefriert. Die Innenseite der Fenster lässt sich davon unabhängig das ganze Jahr über bedenkenlos reinigen.
Was hilft gegen das Einfrieren des Putzwassers?
Gegen das Einfrieren hilft Spiritus im Putzwasser, weil der Alkohol den Gefrierpunkt der Mischung senkt. Bei leichtem Frost reicht etwa ein Teil Spiritus auf fünf Teile Wasser, bei stärkerem Frost mehr. Zusätzlich solltest du in kleinen Abschnitten arbeiten und das Restwasser sofort abziehen, damit es gar nicht erst zu einer Eisschicht gefrieren kann.
Welcher Zusatz eignet sich zum Fensterputzen bei Kälte?
Zum Fensterputzen bei Kälte eignet sich lauwarmes Wasser mit einem Zusatz aus Spiritus als Frostschutz. Alternativ funktioniert ein alkoholhaltiger Glasreiniger oder ein Frostschutz-Scheibenreiniger aus dem Autobedarf. Heißes Wasser ist ungeeignet, weil es auf kaltem Glas Spannung erzeugt. Wichtig ist, den Zusatz sparsam zu dosieren und auf beschichteten Scheiben zurückhaltend zu bleiben.
Sollte man im Winter innen oder außen zuerst putzen?
Im Winter putzt du am besten zuerst innen, weil die Innenseite bei warmer Raumluft völlig unkritisch ist. Die Außenseite nimmst du nur bei passender Temperatur dran und setzt bei Frost Spiritus zu. Warte für draußen am besten einen milderen, möglichst windstillen Tag ab, idealerweise um die Mittagszeit. So kombinierst du sicheres Arbeiten drinnen mit dem richtigen Zeitpunkt für draußen.