Der Begriff Fensterreiniger meint zwei verschiedene Dinge: einmal das Gerät, mit dem du die Fensterscheibe bearbeitest, und einmal das Reinigungsmittel, das du dafür benutzt. Diese Seite sortiert beides, zeigt, welches Werkzeug sich für welche Situation eignet, und sagt auch, wo du sparen kannst. Für die meisten Wohnungen brauchst du deutlich weniger Ausrüstung, als der Handel nahelegt.
Die Werkzeuge und wofür sie taugen
| Werkzeug | Wofür geeignet | Aufwand | Preisrahmen |
|---|---|---|---|
| Standardfenster, große glatte Flächen | gering, braucht etwas Übung | 5 bis 30 Euro | |
| Nachwischen, Rahmen, kleine Scheiben | gering | 5 bis 20 Euro je Set | |
| wer kein Nachwischen mag, viele Fenster am Stück | gering, aber Akku und Reinigung des Geräts | 40 bis 120 Euro | |
| Fenster über Kopfhöhe, ohne Leiter | mittel, Technik nötig | 20 bis 80 Euro | |
| Profigerät für hohe Fassaden und viele Scheiben | hoch, für den Haushalt selten sinnvoll | ab mehreren hundert Euro |
Zu den einzelnen Geräten gibt es eigene Vergleiche: Fensterabzieher im Test für die Modelle und Abzugstechniken, Fenstersauger im Test zu den Akku-Geräten und ihren Grenzen, Mikrofasertücher für Fenster zu Gewebearten und richtiger Anwendung sowie Osmose-Fensterreinigung zum Verfahren mit entmineralisiertem Wasser.
Reinigungsmittel: gekauft oder selbst gemischt
Beim Reinigungsmittel entscheidet die Dosierung mehr als das Produkt. Zu viel Reinigungsmittel ist der häufigste Grund für Schlieren und Streifen auf den Fenstern, weil ein Film auf der Fensterscheibe zurückbleibt, der beim Trocknen sichtbar wird. Ein paar Tropfen Spülmittel im Eimer reichen für eine ganze Wohnung.
Fertige Glasreiniger aus der Sprühflasche sind bequem und für wenige Scheiben praktisch. Bei vielen Fenstern wird der Eimer mit stark verdünntem Reinigungsmittel schnell günstiger und ergiebiger. Welche Produkte im Vergleich überzeugen, steht in Bestes Fensterputzmittel. Ob sich Hausmittel wie Essig oder Spiritus lohnen und wo sie an ihre Grenzen kommen, klärt Fenster putzen mit Hausmitteln.
Was du wirklich brauchst
Für eine normale Wohnung mit gut erreichbaren Fenstern genügt diese Grundausstattung:
- Fensterabzieher in passender Breite, für Standardfenster reichen 25 bis 35 Zentimeter.
- Eimer mit lauwarmem Wasser.
- Ein Tropfen Spülmittel oder ein mildes Reinigungsmittel, sparsam dosiert.
- Zwei Mikrofasertücher, eines zum Nachziehen der Ränder, eines für den Fensterrahmen.
Alles Weitere ist Komfort oder löst ein spezielles Problem. Ein Fenstersauger spart das Nachwischen und lohnt sich, wenn du viele Fenster am Stück reinigst oder das Abziehen nie sauber hinbekommst. Eine Teleskopstange brauchst du erst, wenn Fenster über Kopfhöhe liegen. Eine Osmose-Anlage ist Profiausrüstung und im Haushalt praktisch nie die richtige Wahl.
Worauf du beim Kauf achtest
Bei Fensterabziehern entscheidet vor allem die Gummilippe über das Ergebnis. Sie muss gerade, elastisch und unbeschädigt sein, denn jede Kerbe zieht eine sichtbare Spur über die Fensterscheibe. Gummilippen nutzen sich ab und gehören zu den Teilen, die man ersetzt statt das ganze Werkzeug wegzuwerfen. Achte deshalb darauf, dass Ersatzlippen für dein Modell erhältlich sind. Die Breite richtet sich nach deinen Fenstern: zu breit passt nicht in schmale Felder, zu schmal bedeutet mehr Bahnen und mehr Ansatzpunkte für Streifen.
Bei Fenstersaugern zählen drei Dinge mehr als die Saugleistung: das Gewicht, weil du das Gerät über Kopf hältst, die Akkulaufzeit im Verhältnis zu deiner Fensterzahl, und die Breite der Absauglippe. Ein volles Schmutzwasserbehältnis unterbricht die Arbeit, ein zu schwaches Gerät hinterlässt Reste an den Rändern. Wie sich die Modelle unterscheiden, steht in Fenstersauger im Test.
Bei Mikrofasertüchern lohnt der Blick auf die Gewebeart. Glatte, dicht gewebte Tücher eignen sich zum Nachziehen der Fensterscheibe, flauschige eher für Fensterrahmen und Fensterbank. Wer beides mit demselben Tuch macht, verteilt Staub vom Rahmen auf die frisch gereinigte Scheibe.
Für schwer erreichbare Fenster
Sobald Fenster außerhalb deiner Reichweite liegen, wird aus der Werkzeugfrage eine Sicherheitsfrage. Eine Teleskopstange hält dich am Boden und ist deshalb fast immer die bessere Wahl als eine Leiter, auch wenn die Technik etwas Übung braucht. Was für welche Höhe taugt, vergleicht Leiter oder Teleskopstange, und die Grundregeln für das Arbeiten in der Höhe stehen in Hohe Fenster putzen. Ab welchem Punkt sich ein Betrieb rechnet, klärt Fenster selber putzen oder Profi beauftragen.
Werkzeug pflegen statt ersetzen
Die meisten Fensterreiniger halten länger, als ihr Zustand vermuten lässt. Ein Fensterabzieher wird fast nie als Ganzes unbrauchbar, sondern verliert nur seine Gummilippe, und die kostet einen Bruchteil des Werkzeugs. Spüle die Lippe nach jedem Einsatz ab und lagere den Abzieher so, dass sie nicht aufliegt und sich verzieht.
Mikrofasertücher verlieren ihre Wirkung vor allem durch Weichspüler, weil er die Fasern verklebt und damit genau die Eigenschaft zerstört, für die man sie kauft. Wasche sie ohne Weichspüler und trockne sie nicht bei hoher Hitze. Beim Fenstersauger ist der Schmutzwasserbehälter der kritische Punkt: leere und spüle ihn nach jedem Einsatz, sonst setzen sich Rückstände fest und riechen.
Werkzeug nach Fenstertyp
Nicht jedes Werkzeug passt zu jedem Fenster. Sprossenfenster mit vielen kleinen Feldern lassen sich mit einem breiten Abzieher gar nicht sinnvoll bearbeiten, dort sind Tuch und schmaler Abzieher im Vorteil, siehe Sprossenfenster reinigen. Dachfenster erfordern oft eine andere Körperhaltung und manchmal eine Verlängerung, dazu Dachfenster reinigen innen und außen. Für Wintergärten und große Glasflächen lohnt der Blick in Wintergarten reinigen und Glasfassade reinigen.
Häufige Fragen zu Fensterreinigern
Was ist der beste Fensterreiniger?
Den einen besten Fensterreiniger gibt es nicht, weil Gerät und Reinigungsmittel unterschiedliche Aufgaben lösen. Für ein streifenfreies Ergebnis an Standardfenstern ist ein guter Fensterabzieher zusammen mit sparsam dosiertem Reinigungsmittel die zuverlässigste Kombination. Ein Fenstersauger ersetzt vor allem das Nachwischen.
Lohnt sich ein Fenstersauger?
Ein Fenstersauger lohnt sich, wenn du viele Fenster am Stück reinigst, das Abziehen von Hand nicht sauber hinbekommst oder Tropfen auf Fensterbank und Boden vermeiden willst. Bei wenigen, gut erreichbaren Fenstern ist der Vorteil gegenüber Abzieher und Tuch gering.
Welches Reinigungsmittel für Fenster ist das richtige?
Für die meisten Fenster genügt lauwarmes Wasser mit wenigen Tropfen Spülmittel. Spezielle Glasreiniger sind bei wenigen Scheiben bequem, bringen aber selten ein besseres Ergebnis. Entscheidend ist die sparsame Dosierung, weil zu viel Reinigungsmittel Streifen verursacht.
Brauche ich unterschiedliche Werkzeuge für innen und außen?
Nein, Werkzeug und Reinigungsmittel sind innen wie außen dieselben. Außen ist die Verschmutzung meist stärker, weshalb ein Vorwaschgang mit klarem Wasser sinnvoll sein kann, bevor du abziehst. Sinnvoll ist außerdem, außen zu beginnen und innen nachzuziehen, weil du so leichter erkennst, auf welcher Seite eine verbliebene Schliere sitzt.