In der Pollenzeit reinigst du Fenster am besten, indem du den Blütenstaub zuerst nass abnimmst und die Scheibe erst danach klar nachwischst. Trocken verwischt der feine Pollen nämlich sehr leicht zu hartnäckigen, gelblichen Streifen. Wer den Blütenstaub dagegen zuerst mit viel Wasser aufnimmt und die Fensterscheibe anschließend streifenfrei putzt, bekommt sie auch mitten im stärksten Pollenflug wieder klar. Dieser Ratgeber zeigt, warum Pollen die Fenster so belasten, wie du sie ohne Verschmieren entfernst, wie oft du während der Pollenzeit putzen solltest und wann welche Pollen fliegen.
Warum Pollen die Fenster besonders belasten
Pollen belasten die Fenster besonders, weil der feine Blütenstaub sich als lockere, gelbliche Schicht auf die Scheibe legt und sich leicht verschmieren lässt. An einer leicht feuchten oder vom Regen benetzten Fensterscheibe bleibt er kleben und trocknet zu einem hartnäckigen Film an. Wischt man ihn trocken weg, verteilt er sich nur und hinterlässt Streifen.
Für Allergiker kommt eine zweite Belastung dazu. Sammelt sich der Pollen am Fenster, an Rahmen und Fensterbank, wirbelt er bei jedem Öffnen wieder auf und gelangt so in den Innenraum. Wer unter einer Allergie leidet, hat also gleich zwei Gründe, den Blütenstaub regelmäßig von den Fenstern zu nehmen: klare Sicht und weniger Pollen in der Wohnung.
Besonders betroffen sind Fenster zur windzugewandten Seite und solche, die zu Wiesen, Feldern oder Bäumen zeigen. Dort schlägt sich der meiste Blütenstaub nieder. In der Hauptpollenzeit kann sich der gelbliche Film schon nach ein bis zwei Tagen wieder deutlich zeigen.
Wie stark ein Fenster bestäubt wird, ändert sich außerdem über die Saison. Zu Beginn mit Hasel und Birke ist der Blütenstaub oft feiner und weniger sichtbar, in der Gräserzeit im Sommer fällt er dagegen in großen Mengen an und färbt Fensterbänke deutlich gelb. Wer weiß, welche Pollen gerade fliegen, kann die Reinigung besser darauf einstellen und muss nicht raten.
Pollen richtig entfernen ohne Verschmieren
Pollen entfernst du ohne Verschmieren, indem du den lockeren Blütenstaub zuerst nass abnimmst, statt trocken darüberzuwischen. Mit dieser Reihenfolge bleiben keine gelblichen Streifen zurück.
- Nicht trocken wischen. Fahre auf keinen Fall mit einem trockenen Tuch über die bestäubte Scheibe. Der feine Pollen verschmiert dann sofort zu Streifen, und die enthaltenen harten Partikel können das Glas leicht verkratzen.
- Blütenstaub nass abnehmen. Spüle die Fensterscheibe zuerst großzügig mit klarem Wasser ab oder nimm den Pollen mit einem nassen, gut ausgewrungenen Tuch auf. So bindet das Wasser den Blütenstaub, statt ihn zu verteilen.
- Rahmen und Fensterbank mitnehmen. Wische auch Fensterrahmen, Fensterbank und den Insektenschutz feucht ab, weil sich dort viel Pollen sammelt. Sonst rieselt er beim nächsten Windstoß gleich wieder auf die frische Scheibe.
- Streifenfrei nachputzen. Reinige die Scheibe erst jetzt mit wenig Reinigungslösung und ziehe das Wasser sauber ab. Wie das streifenfrei gelingt, steht unter Fenster streifenfrei reinigen.
- Tuch oft ausspülen. Spüle das Tuch zwischendurch immer wieder aus, damit du den aufgenommenen Blütenstaub nicht auf dem nächsten Fenster neu verteilst. Ein zweiter Eimer mit klarem Wasser hilft dabei.
Das gleiche Prinzip aus Aufweichen und nass Abnehmen gilt auch für andere hartnäckige Verschmutzungen wie Harz und Feinstaub, wie unter Harz, Pollen und Staub vom Fenster entfernen beschrieben. Der Blütenstaub ist dabei der Klassiker, an dem sich zeigt, warum die nasse Reihenfolge so wichtig ist.
Wie oft während des Pollenflugs putzen
Während des Pollenflugs putzt du die Fenster deutlich häufiger als sonst, in der Hauptpollenzeit oft im Wochenrhythmus. Da sich der gelbliche Film schnell wieder bildet, lohnt sich zwischendurch ein kurzes Abspülen der Außenseite, das nur wenige Minuten dauert und den frischen Blütenstaub wegnimmt.
Ein sinnvoller Rhythmus ist ein gründlicher Durchgang zu Beginn der Pollenzeit und danach kurze Zwischenreinigungen nach Bedarf. So sparst du dir jedes Mal den vollen Aufwand und hältst die Scheiben trotzdem klar. Für Allergiker kann sich häufigeres Reinigen besonders lohnen, weil so weniger Pollen ins Haus getragen wird. Wie oft Fenster generell dran sind, klärt der Ratgeber Wie oft sollte man Fenster putzen.
Nach einem Regenschauer lohnt sich ein besonderer Blick auf die Scheiben, denn Regen wäscht Pollen und Staub zusammen und hinterlässt beim Trocknen gelbliche Ränder. Ein kurzer Durchgang direkt danach nimmt diese Ränder ab, bevor sie sich festsetzen und mühsam werden.
Regionaler Pollenflug und der richtige Zeitpunkt
Wann welche Pollen fliegen, hängt von der Pflanzenart und von der Region ab. Grob folgt der Pollenflug über das Jahr einer festen Reihenfolge: Im späten Winter beginnt die Hasel, im Frühjahr folgt die Birke, im Sommer sind die Gräser am stärksten, und im Spätsommer kommt der Beifuß dazu. Der folgende Kalender zeigt die typischen Zeiten im Überblick.
Diese Zeiten sind Richtwerte für Deutschland. Je nach Region und Höhenlage verschiebt sich der Pollenflug um einige Wochen, im milden Rheintal beginnt er früher als im kühleren Bergland. Wer es genau wissen will, wirft einen Blick auf die regionale Pollenflugvorhersage, die für viele Regionen tagesaktuell verfügbar ist. Für Allergiker ist sie ohnehin ein vertrautes Werkzeug, und sie hilft auch beim Planen der Fensterreinigung. So legst du einen gründlichen Durchgang am besten in eine Phase mit schwächerem Pollenflug.
Ein regionaler Fensterputz-Kalender, der die örtlichen Pollendaten mit dem Wetter verbindet, kann diese Planung zusätzlich erleichtern und den passenden Zeitpunkt direkt anzeigen. Bis dahin gibt dir der Kalender oben eine gute erste Orientierung, welche Pollen in welchem Monat aktiv sind und wann sich häufigeres Putzen lohnt.
Häufige Fragen zum Fensterputzen in der Pollenzeit
Wie entferne ich Pollen von Fenstern ohne Schlieren?
Pollen entfernst du ohne Schlieren, indem du den Blütenstaub zuerst nass abnimmst und die Scheibe erst danach putzt. Spüle die Fensterscheibe mit klarem Wasser ab oder nimm den Pollen mit einem feuchten Tuch auf, statt trocken zu wischen. Anschließend putzt du mit wenig Reinigungslösung streifenfrei nach.
Wie oft sollte man in der Pollenzeit die Fenster putzen?
In der Pollenzeit putzt du die Fenster häufiger, in der Hauptflugzeit oft wöchentlich. Ein kurzes Abspülen der Außenseite zwischendurch genügt meist, um den frischen Blütenstaub wegzunehmen. Für Allergiker lohnt sich häufigeres Reinigen besonders, weil weniger Pollen ins Haus gelangt.
Wann ist die Hauptpollenzeit?
Die Hauptpollenzeit reicht in Deutschland von Ende Winter bis in den Spätsommer hinein. Die Hasel fliegt oft schon im Februar, die Birke im April, die Gräser von Mai bis in den Sommer und der Beifuß im August. Je nach Region und Wetter können sich diese Zeiten allerdings um mehrere Wochen verschieben.
Hilft ein nasses Tuch gegen Pollen am Fenster?
Ein nasses Tuch hilft gegen Pollen am Fenster, weil das Wasser den feinen Blütenstaub bindet und aufnimmt, statt ihn zu verwischen. Wichtig ist, das Tuch häufig auszuspülen, damit der Pollen nicht auf dem nächsten Fenster landet. Ein trockenes Tuch dagegen verteilt den Blütenstaub nur zu Streifen und kann mit den harten Partikeln sogar feine Kratzer im Glas hinterlassen.